Die Chronik unserer Theatergruppe KLARTECKST e.V.
1998/99

Unsere Gruppe hat sich nach einem Aufruf von unserer Pfarrerin und Mitspielerin Hannelore Weide-Jatho im Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde im Januar 1998 zum ersten Mal getroffen. 12 Leute kamen zusammen, die einmal ausprobieren wollten, wie das ist, ein Theaterstück einzuüben und aufzuführen.

Sehr schnell haben wir uns damals für einen Schwank in drei Akten entschieden. Zunächst trafen wir uns im Evangelischen Gemeindehaus Michaelsburg, verteilten die Rollen, lasen das Stück mehrmals zusammen und machten uns Gedanken über die Darstellung der Rollen. Schließlich hatten nur wenige von uns Erfahrungen mit dem Theaterspielen.

Im Herbst 1998 wurde die Sache dann langsam ernst und wir trafen uns nun regelmäßig jede Woche und machten uns auch auf die Suche nach einer geeigneten Bühne, die wir schließlich in der Gaststätte Heiderich in Machtlos fanden. Dort wurde fortan auch geprobt. Zwischenzeitlich hatte Ute Pistor die Zügel in die Hand genommen und führte Regie.

Am 19., 20. und 21. März 1999 führten wir unser erstes Stück: "Die unglaubliche Geschichte vom gestohlenen Stinkerkäs" jedes Mal vor vollbesetztem Saal auf. Wenige Tage später wurden wir zu einem Gastspiel nach Asbach eingeladen, das wir am 17. April erfolgreich absolvierten. Es fügte sich, dass an diesem Tag der hessenweite Kosovo-Aktionstag war und so beschlossen wir mehr oder weniger spontan einen Teil unserer Gesamteinnahmen dieser Aktion zur Verfügung zu stellen. Zusammen mit Spenden aus dem Publikum kamen so 1200,- DM zusammen.

Eigentlich waren wir zu diesem Zeitpunkt aber schon mit den Planungen unseres nächsten Stücks beschäftigt, denn jetzt hatten wir so richtig Spaß am Spielen bekommen. Inzwischen gewannen wir zwei neue Mitstreiter und mussten uns aber auch leider von zwei anderen Mitspielern trennen . Im November 1999 führten wir dann unser zweites Stück unter der Regie von Martin Jatho: "Blaues Blut und Erbsensuppe" sowohl in Machtlos als auch in Asbach auf. Zwischenzeitlich hatten wir beschlossen, einen großen Teil unserer Nettoeinnahmen in Form von Sachspenden an Einrichtungen in unserer näheren Umgebung abzugeben. Der Kindergarten freute sich also auch über unseren Theatererfolg, denn so konnten wir ihm eine Musikanlage im Wert von 1500,- DM zukommen lassen.


2000

Nach den Aufführungen standen einige Umstrukturierungen unserer Theatergruppe an. Zum einen kamen und gingen wieder einige Mitglieder, zum anderen gründeten wir am 2.2.2000 einen Verein, gaben uns eine Satzung und den Namen Theatergruppe KLARTECKST (nicht ganz rechtschreibungsregelkonform - auch nach der Rechtschreibreform nicht - aber jeder weiß was gemeint ist). Dadurch änderte sich aber nichts an der sonstigen Struktur der Theatergruppe. Das nächste Stück war wieder in Planung und mit der Regie war diesmal Hiltrud Dippel-Kurz beauftragt. Nachdem es bei der letzten Aufführung in Asbach etwas ärger wegen zu weniger Karten gab und wir viele Asbacher am Abend der Aufführung wieder nach Hause schicken mussten, entschlossen wir uns auch in Asbach zwei Aufführungen zu geben.

Anfang November 2000 führten wir dann die "Kurzschlüsse" auf. Zweieinhalb Wochen mit fünf Aufführungen, zwei Generalproben und einem Bühnenumzug waren heftig. Aber da wir den Eindruck hatten, dass es dem Publikum gefiel, waren wir hinterher zwar geschafft aber glücklich. Ein Teil der Einnahmen kam in diesem Jahr der Grundschule Breitenbach zu Gute. Für den Sportunterricht stellten wir eine Musikanlage und ein Sprungbrett im Wert von ca. 3000 DM zur Verfügung.


2001

Schon wieder war ein Jahr um, und es ging auf die Suche nach einem neuen Stück. Als die Wahl dann auf "Küsse für die Tanten" fiel, wurde schnell klar, dass wir mit unserer alten Kulisse nicht mehr auskamen. Hermann Kurz machte sich dann ein paar Gedanken, hörte sich geduldig unsere Vorschläge an und schwups hatte er eine Kulisse aus einzelnen, frei miteinander kombinierbaren Elementen gebaut. Einfach genial - nicht nur die Kulisse auch der Mann!

Regie führte diesmal Stefan Pistor, da die Männerrollen in diesem Stück etwas kleiner ausgefallen sind. Jetzt konnten unsere Mädels mal so richtig zeigen was in ihnen steckt. Und das haben sie dann auch mit Hingabe und großem Erfolg getan. Als neuer Spielort kam in dieser Saison Niederjossa hinzu. Allerdings fanden wir keinen Termin mehr in 2001 und so verlängerten wir unsere Spielphase bis in den Januar 2002 hinein. Statt der ursprünglich geplanten zwei Aufführungen in Niederjossa am Freitag und Samstag, führten wir das Stück wegen der überwältigenden Nachfrage zusätzlich auch am Sonntag Nachmittag im Bürgerhaus in Niederjossa auf. Dank Hermanns "grandionoser" Kulissenkonstruktion war der Bühnenumzug mittlerweile eine Kleinigkeit und so haben wir die insgesamt acht Aufführungen alle gut überstanden.

In diesem Jahr haben wir uns entschlossen unsere Einnahmen drei Einrichtungen zugute kommen zu lassen. Die "Lebenshilfe" erhielt eine Geldspende von 2000 € zur Unterstützung ihrer wichtigen Arbeit bei der Betreuung von geistig behinderten Menschen. Der Kindergarten Niederjossa wünschte sich eine Spielburg aus Holz. Was lag da näher, als das sich der KLARTECKSTler und Schreinermeister Hermann Kurz sich der Sache annahm? Dank seiner Arbeitsstunden und ca. 2500 € aus unseren Einnahmen steht das Ding jetzt im Kindergarten und wird auch rege benutzt. Der dritte im Bunde der Begünstigten ist die Breitenbacher Grundschule. Neben der Erweiterung der Musikanlage um eine drahtlose Mikrofonanlage fördern wir ab Herbst 2002 ein mehrjähriges Drogenpräventionsprojekt.


2002

Nach der letzten Aufführung in Niederjossa ging es dann mal wieder an die Auswahl eines geeigneten Stücks. Diesmal taten wir uns echt schwer und konnten uns kaum einigen - totaler Konsens ist halt nicht immer möglich. Doch zu guter Letzt wurde dann eben doch eine Entscheidung gefällt. Aufgrund der geringen Rollenzahl gönnen sich einige der bewährten Mitstreiter in diesem Jahr eine Pause. Dafür werden im November 2002 Bernd Löwenberger, der Anfang 2002 zu uns gestoßen ist, und Stefan Winkler ihr Bühnendebüt haben. Das harte Los der Regie fiel diesmal auf Falk Stolle, der sich fast freiwillig in sein Schicksal fügte. So wie es aussieht, hat er die Saison aber unbeschadet überstanden.

Seit Oktober 2002, genauer seit dem 4.10.2002, sind wir nicht nur ein Verein sondern auch noch beim Amtsgericht eingetragen und hängen daher ein e.V. and das KLARTECKST dran. Ob es nun daran lag oder am Erfolg der letzten Aufführung, wer kann das schon sagen; jedenfalls gingen die Karten weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Insbesondere die Aufführungen in Niederjossa waren der absolute Renner und daher wurde der Spielplan um einen Termin verlängert. Es waren also insgesamt neun Aufführungen von "Unschuldig geschieden", die wir zu bewältigen hatten - allmählich grenzt das an Arbeit. Aber Spaß beiseite: Wir haben uns natürlich riesig über dieses tolle Echo gefreut, aber nach vier Aufführungen in Niederjossa hintereinander war die Truppe auch ganz schön platt.

Den Kindergarten Niederjossa freuten die vielen Aufführungen natürlich auch, denn so stiegen auch die Einnahmen durch den Getränkeverkauf. In diesem Jahr werden wir mit unseren Eintrittsgeldern der Grundschule Breitenbach ein Siegerpodest und einen Satz Trikots für alle vier Klassen zukommen lassen und natürlich das Drogenpräventionsprojekt Klasse2000 fördern, das im Schuljahr 2002/2003 angelaufen ist. Desweiteren geht ein Teil des Geldes an den Kindergarten Niederjossa für weitere Möbel und die Kirchengemeinde Breitenbach darf beim nächsten Weihnachtsspiel die Konfirmanden mit einem Verfolger-Spot beleuchten. Schließlich und endlich werden wir uns auch an der Erneuerung des Spielplatzes in Gehau finanziell beteiligen.

Dank der vielen Aufführungen sind wir nun in der glücklichen Lage auch an uns selbst zu denken und uns eine vernünftige Beleuchtungsanlage kaufen zu können. Die Baustellenscheinwerfer, die wir bisher benutzt haben, sind halt nicht wirklich gut für die Bühnenbeleuchtung geeignet.


2003

Im Jahr 2003 warteten so einige Überraschungen und Herausforderungen auf die Theatergruppe. Es fing damit an, dass wir eine komplette Aufführung des nächsten Stücks ausverkauft hatten, noch bevor das Stück und der Termin feststanden. Der geneigte Leser fragt sich natürlich, wie so was sein kann und deshalb will ich ihn auch gar nicht lange zappeln lassen. Nach unserer letzten Aufführung von "Unschuldig geschieden" fragte die Raiffeisenbank Aulatal an, ob sie uns eine Aufführung abkaufen und die Eintrittskarten als Preise in einer Verlosung aussetzen kann - natürlich willigten wir ein.

Bei der Jahreshauptversammlung kam es zu Veränderungen im Vorstand. Unser bisheriger Kassierer Martin Jatho trat aus persönlichen Gründen von seinem Posten zurück und seit dem kümmert sich Andrea Mohr um unsere Finanzen. Mit Karin Kriep haben wir seit Anfang diesen Jahres auch jemand, der sich um unsere Kostüme kümmert. Sie blickt auf langjährige Erfahrungen in diesem Metier zurück.

Aus Termingründen mussten in unserem neuen Stück zwei Rollen doppelt besetzt werden. Das machte die Stückauswahl auch nicht einfacher und führte in diesem Jahr zu erheblichen Schwierigkeiten bei der Probenkoordination. Nun ja, letztendlich haben wir beides gemeistert: sowohl die Auswahl des Stücks als auch die Proben mit wechselnder Besetzung, aber aus Sicht des Verfassers dieser Zeilen war das ein Unterfangen, das keiner Wiederholung bedarf.

Das neue Stück, "Baby wider Willen", hatte auch so seine ganz speziellen Tücken, die wir zunächst gar nicht erkannt hatten. Da stand in den Regieanweisungen nur ab und zu, dass ein Baby lacht, weint, brabbelt, schreit und was Babys halt so an Lauten von sich geben. Lange nahmen wir das so hin und keiner störte sich daran. Doch irgendwann musste ja der Sound auch mal produziert werden. Und wer durfte sich darum kümmern? Unser lieber Martin! (Grummel). Also wurden alle Kleinkindbesitzer (Entschuldigung, ich meine natürlich alle jungen Eltern), die wir so kennen, beauftragt ihren lieben Kleinen Martins Mikrophon unter die Nase zu halten, wenn sie lachen oder weinen. Manchmal wurde das "unter die Nase halten" sogar wörtlich genommen. Langer Rede kurzer Sinn: Es kamen einige Aufnahmen zusammen, aus denen dann teilweise mit großem Aufwand die brauchbaren Tonschnipsel herausgeschnitten wurden, und obwohl alles am Computer geschah, dauerte es wesentlich länger als gedacht bis eine genügend große Palette von Babylauten fertiggestellt war. Zudem war schnell klar, dass auch das Einspielen der Sequenzen während der Aufführung nur mit einem Computer machbar ist, da die Babylaute passend zur Handlung auf der Bühne variabel sein mussten. Wir hatten also eine Stelle als "Tonmeister" zu vergeben. Dieser Aufgabe nahmen sich Michaela Fick und Stefan Winkler an, die schon nach wenigen Proben große Kreativität und ein gutes Gespür für den richtigen Ton bewiesen.

Die Saison 2003 war die erfolgreichste unsere bisherigen Theater-Geschichte. Wir konnten noch einmal zwei Vorstellungen gegenüber dem letzten Jahr zulegen und haben insgesamt 2038 Zuschauern in 11 Aufführungen hoffentlich viel Spaß bereitet. Unsere letzte Aufführung in Niederjossa am 7.12. endete mit einen Gastauftritt des HIT RADIO FFH Moderators Johannes Scherer, der in einer herrlichen Parodie auf Arnold Schwarzenegger die Darsteller dem Publikum vorstellte.

Die Einnahmen werden wie immer für gemeinnützige Zwecke weitergegeben. Der Kindergarten in Breitenbach erhält Zahnputzecken, die Gemeinde Breitenbach wird bei der Renovierung des Spielplatzes am Silbersee kräftig unterstützt und das Drogenpräventionsprojekt Klasse2000 fördern wir selbstverständlich auch im nächsten Jahr weiter.


2004

Das Jahr 2004 aus der Sicht von KLARTECKST möchte ich mal so umschreiben: Ende gut alles gut ... aber zwischendrin ... frach mich nett ...

Es fing damit an, dass wir größte Schwierigkeiten hatten, uns auf ein Stück zu einigen. Einige bewehrte Mitspieler konnten oder wollten in diesem Jahr nicht auf oder auch hinter der Bühne stehen. Dadurch wurde die Stückauswahl natürlich nicht unbedingt einfacher. Als wir uns dann schon fast für eines entschieden hatten, gab es unüberwindbare Schwierigkeiten bei der Rollenbesetzung. Wenn uns das Glück nicht so hold gewesen wäre, als es uns Karin Dittmann und Bernd Köthe geschickt hat, weis ich nicht ob wir nicht noch heute diskutierend in der Michaelsburg sitzen würden. Nun gut - ein neues Stück wurde ausgesucht (nennen wir es mal das kleinstmögliche Übel), die Rollen besetzt und die Proben konnten beginnen. Ein zweites Mal fügte sich das Schicksal günstig für uns, als uns der Tischtennisverein Machtlos schon im Sommer auf unserer Bühne in Machtlos proben ließ. Dadurch war die Planung der Bühne und deren Aufbau in diesem Jahr recht entspannt. Auch die Tatsache, dass wir in diesem Jahr erstmals an zwei aufeinander folgenden Wochenenden unser Stück in Niederjossa aufführen konnten, war ein echter Glücksfall.

Man mag sich nun fragen, was will der denn? Es lief doch alles ganz gut ... Gemach, gemach, es kommt ja noch.

Es kam dann eine Zeit in der es wirklich fraglich war, ob wir in dieser Saison überhaupt ein Stück auf die Bühne bringen konnten. Erst hatte einer unser Darsteller einen Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule und musste sich dringend einer Operation unterziehen und dann machte das Knie unseres "Bühnenmeisters", Souffleurs und Beleuchters schlapp und auch er musste unters Messer. Doch es zeigte sich, dass KLARTECKSTler echte Rossnaturen sind. Der eine spielte mit Halskrause und der andere schleppte sich mit Krücken in seinen Souffleurkasten und so konnten wir in 10 Aufführungen ca. 2000 Zuschauern in die "Gaststätte zur gemütlichen Einkehr" unter dem Motto "Ab heut wird alles anders" einladen.

Karin Dittmann als Wirtin Lore und Bernd Köthe als Fetz konnten, wenn wir den Applaus richtig deuten, voll überzeugen und wir möchten beide in unseren Reihen nicht mehr missen.

Unser Vereins-Vorstand erfuhr bei der Jahreshauptversammlung eine überraschende Veränderung. Für viele völlig unerwartet, legte Andrea Mohr ihr Amt als Kassiererin nieder und wir mussten schnellstens jemand finden, der sich um unsere Finanzen kümmert. Zum Glück brauchten wir nicht lange zu suchen, denn Margret Eiler nahm "das Los" und die Wahl an.


2005

„Chaos hoch drei“ hieß das Stück, dass wir in diesem Jahr auf die Bühne brachten, und Chaos hoch drei herrschte auch im wahren Leben. Aber dazu später mehr. Zunächst mal die gute Nachricht.

Weder Bandscheibenvorfälle, noch Knieoperationen noch andere medizinische Probleme bremsten in diesem Jahr die Protagonisten ein. So konnte das Saufgelage, welches sich im Verlauf des Stückes entwickelte, voll ausgespielt werden. Allen voran strapazierte Bernd Köthe als knickriger Standesbeamte Bernie mit seiner Weinflaschen-Jonglage die Lachmuskeln des Publikums über Gebühr. Nicht nur deshalb hatten wir in diesem Jahr erstmals bei jeder der elf Vorstellungen zwei Ersthelfer des Deutschen Roten Kreuzes zu Gast.

Erstmals wurden auch unsere neuesten Mitglieder aktiv: Sonja Urban debütierte glänzend in der Rolle der Tochter des Hauses und Kristin Ostertag übernahm die Rolle der Souffleuse und half somit den Darstellern über den einen oder anderen „Hänger“ hinweg. Die aber waren selten, denn Regisseur Martin Jatho verlangte seinen Akteuren nicht nur höchste schauspielerische Leistung ab, er leitete die Proben mit starker Hand und brachte Zucht und Ordnung in den Haufen. Trotzdem kam - wie immer - der Spaß nicht zu kurz. Rund 1700 Gäste konnten wir in diesem Jahr wieder willkommen heißen. Nachdem bisher keiner verlauten ließ, dass es ihm nicht gefallen habe, waren wir wohl wieder ganz gut.

Nicht unerwähnt bleiben soll, dass sich unser Vorstand seit der Jahreshauptversammlung neu zusammensetzt. Margret Eiler übergab ihr Amt an Bernd Köthe, der als neuer Kassierer KLARTECKST in das vermutlich arbeits- und ereignisreichste Jahr unserer noch jungen Vereinsgeschichte führen wird. Vielleicht hat jetzt dieser Posten endlich seinen Mann gefunden.

Nun aber zum Chaos im wahren Leben. Die Idee einer eigenen Spielstätte spuckte einigen Mitgliedern ja schon lange im Kopf rum. Mit der Aufnahme unser Kultspielstätte Machtlos in das Dorferneuerungsprogramm und der dort geplanten großzügigen Neugestaltung des Dorfgemeinschaftshauses wurde das Vorhaben wieder mal aktuell, und wir präsentierten den Verantwortlichen unsere Vorstellungen. Bald schon aber stellte sich heraus, dass der Umbau unseren Ansprüchen nicht gerecht werden würde.
Aber irgendwie ging der Gedanke an ein eigenes Theater jetzt nicht mehr aus unseren Köpfen. Der Saal – oder das was davon übrig war – im Breitenbacher Hof, war schon einmal Gegenstand entsprechender Überlegungen gewesen, und kam uns jetzt wieder in den Sinn. In einem ersten Sondierungsgespräch sagten Alice und Lorenz Bucher zumindest mal nicht „Nein“.

Ab jetzt kämpfte aufkommende Euphorie gegen wachsende Probleme. Rechtliche und versicherungstechnische Fragen galt es zu klären und natürlich die Frage aller Fragen: „Was kostet das, und können wir uns das leisten“. Dann kam der tiefe, tiefe Fall. Bei einer ersten Besichtigung des „Saales“ konnte sich wohl nur unser Handwerksgenie Hermann vorstellen, dass aus dieser Ruine jemals wieder ein nutzbarer Raum werden könnte.

Nachdem wir uns von dem Schock erholt hatten, und sich für manche Probleme Lösungen abzeichneten, gewann die Euphorie wieder die Oberhand. Auf den heimischen Computern wurden Grundrisse gezeichnet, Photos von dem Raum schon mal theatermäßig aufgemotzt und virtuelle Stühle hin und her geschoben. Dagmar – unsere Schriftführerin – schrieb von der EU bis zum Theaterverband so ziemlich jeden an, vom dem wir Förderung erhofften. Leider vergeblich. Entweder es gab gar Nichts oder nur verbunden mit unerfüllbaren – teilweise auch unsinnigen – Auflagen.

Dafür fanden wir Sponsoren in der heimischen Wirtschaft. Denen sei an dieser Stelle schon mal ausdrücklich gedankt, genau so, wie den vielen unserer Besucher, die nach den Vorstellung eine Münze oder ein Scheinchen in das Sparschwein wandern ließen.

So, das soll’s gewesen sein. Ich glaub, das Wichtigste ist hier erzählt. Der Umbau ist in vollem Gange, und da muss ich jetzt auch gleich wieder hin.


2006

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Highlight des Jahres war ganz sicher die bombastische Premierenfeier am Samstag, dem 28. Oktober.

Fast neun Monate lang, hatten wir zuvor geschuftet wie die Kesselflicker. Der alte Saal im Breitenbacher Hof war in erbärmlichen Zustand. Erst nachdem wir den sich über Jahre hinweg angesammelten Unrat weggeräumt hatten, zeigte sich das wahre Maß der Arbeiten, die auf uns zukamen. Das Dach war undicht, der Fußboden faul, die Wände krumm und nass, die Decke an vielen Stellen löchrig, undsoweiter, undsoweiter ….

Das „brutalstmögliche“ – um unseren Ministerpräsidenten mal zu bemühen – Lob geht deshalb an unseren Hermann. Den hatten wir, Sie erinnern sich, kurzerhand zum Bauleiter erkoren. Hermann stellte nicht nur sämtliche benötigte Werkzeuge zur Verfügung, sorgte für Beschaffung und Transport des Materials, machte Pläne und hatte alles im Griff. Hätte uns Hermann nicht immer wieder aufgebaut, mit Worten wie „Das kriegen wir schon hin“, und mit ganz konkreten Lösungsvorschlägen, wie wir das hinkriegen, inklusive Bauanleitung und Arbeitsanweisung, manch einer hätte „alles stehen und liegen gelassen“ und wäre „auf und davon“ gelaufen. Deshalb, Hermann: Dank, Beifall, Lob und Anerkennung. Falls Sie bisher noch nicht wussten, warum die Hermannsbühne Hermannsbühne heißt, jetzt wissen Sie es.

Noch einen müssen wir hier loben: Bernd Köthe. Der hat nicht nur bei der Beschaffung der Materialien den Bauleiter untertützt, sondern in nächtelangen Internet-Recherchen wunderschöne Stühle zu einem bezahlbaren Preis organisiert. Alle anderen, die aktiv mitgebaut haben, zählen wir hier nicht auf, bedanken uns aber trotzdem bei ihnen.

Also, wir haben es geschafft, Mitte Oktober war unsere neue Bühne fertig - was wir alles so gemacht haben, können Sie auch in der launigen Eröffnungsrede nachlesen, die unser Vorsitzender, Stefan Pistor, am Premierenabend gehalten hat (siehe Anhang) – und dann kam der Hammer: Wir bekamen keine Zulassung für den Saal. Hatte es zunächst geheißen, im Rahmen der Bestandswahrung sei für die Wiederinbetriebnahme des Saales lediglich eine Unterschrift notwendig, so konnte sich Bürgermeister Steube nicht dazu durchringen, diese zu leisten. Das bedeutete, dass wir nachträglich einen Bauantrag stellen mussten. Bauaufsichts- und Brandschutzamt kamen auf den Plan und der schlimmste Fall aller schlimmen Fälle griff in Form der „Hessischen Versammlungsstätten-Verordnung“ von unserem Theater Besitz – und das bedeutete Auflagen über Auflagen, eine teurer als die andere, und das, nachdem mehr als all unser Geld bereits verbaut war. Immerhin, die Herren von den ämtern zeigten Herz, und für die Saison 2006/2007 bekamen wir eine Ausnahmegenehmigung – dafür sei hier auch einmal ganz herzlich gedankt. (Wie das mit den Auflagen weiterging gehört in die Chronik 2007 – also: bitte ein wenig Geduld, meine Damen und Herren.)

Und dann kam der Abend des 28. Oktober 2007, der mit Sicherheit spannendste, aufregendste um emotionsgeladenste Abend in der noch kurzen Geschichte von Klarteckst – und vielleicht auch der bisher erfolgreichste. (Übrigens: das Stück gelernt und geprobt hatten wir meist zwischen Maschinen und Werkzeugen auf staubiger, manchmal fast dunkler Bühne, mit Textbüchern, aus denen Sägespäne rieselten, wenn man sie schüttelte, oder deren Seiten mit Bauschaum, Zement oder Kleber verschmiert waren.) An diesem Abend fuhren wir den Lohn der Arbeit ein. Wir berauschten uns an den überraschten Gesichtern unserer Besucher, wenn sie den neuen Saal betraten, an dem Glanz der in ihren Augen leuchtete ob des Anblicks dieses Theaters, an dem zahlreichen, ehrlichen Lob, an der Anerkennung unserer Leistung und den vielen Superlativen in den Kommentaren über unsere neue Spielstätte.

Den ersten Applaus ernteten wir, als wir voller Lampenfieber auf der neuen Bühne im Licht der neuen Scheinwerfer vor dem neuen Vorhang darauf warteten, dass Stef endlich mit seiner Begrüßungsrede fertig werden möge. Dann ging der Vorhang auf. Nur halb. Es zeigte sich eine mickrig kleine Bühne mit spärlicher Dekoration, auf der Jemand fernsah. Die Enttäuschung im Publikum war förmlich zu spüren. Nach ein paar kurzen Dialogen aber schloss sich der Vorhang wieder. Während unsere Besucher bei Musik im Dunkeln saßen, bauten wir im Stile einer Formel 1 Boxencrew die Bühne um. (Der Rekord lag bei knapp zwei Minuten). Dann öffnete sich der Vorhang in voller Breite. Und in fast allen Vorstellungen bekamen wir heftigen Applaus für das große, gelungene Bühnenbild – eine Anerkennung, über die wir uns in höchstem Maße gefreut haben.

Das Stück – haben Sie ja gesehen (und mehr dazu gibt’s hier) – war jedenfalls ein voller Erfolg und nicht nur am Premierenabend ernteten wir „Standing Ovations“. Wir hatten uns aber auch regelrecht in einen Rausch gespielt. War die Generalprobe noch eine totale Katastrophe waren wir an diesem Abend – auch dank des tollen Publikums und des vielen Applauses top fit – herzlichen Dank. Dank auch an Alice und Lenz für das schmackhafte Buffet davor und an Georg für die mitreißende Musik danach.

Resümee: Der Premierenabend war ein voller Erfolg, für uns, für unsere Gäste, und für alle, die daran beteiligt waren – und er hatte Folgen: Der Kartenvorverkauf ging derart in die Höhe, dass wir schließlich in 10 Vorstellungen rund 1800 Gäste begrüßen konnten (das nur für die Statistiker) und wir haben uns entschlossen, auch die diesjährige Spielsaison mit einem ähnlichen Premierenabend zu starten: am Samstag, dem 27. Oktober 2007. Bis dann. Wir freuen uns auf Sie. (Und jetzt muss ich zur Probe!)

Halt! Eins noch, das wollen wir doch nicht vergessen: Wir bedanken uns bei Allen, die uns – in welcher Form auch immer – beim Bau unseres Theaters unterstützt und geholfen haben. Ohne Euch hätten wir es nicht geschafft, ganz ehrlich! Also ganz, ganz großes und herzliches Dankeschön.



2007
Offizielles:

„Der Saal im Breitenbacher Hof fällt nicht unter die hessische Versammlungsstätten-Verordnung.“ Diese wichtigste Nachricht des Jahres erreichte uns im Spätsommer, und das bedeutete, nach kleinen baulichen Nachbesserungen wurde die neue Spielstätte endlich durch die verantwortlichen Beamten legalisiert. Herzlichen Dank.

Kulturelles:

Das zweite Geschenk des Jahres machten uns unserer Besucher. Sieht man von der Saison 2003 – in der eine komplette Vorstellung von der Raiffeisenbank gekauft wurde – ab, kamen in diesem Jahr erstmals mehr als 2000 Zuschauer zu unseren Aufführungen. Um genau zu sein: es waren 2019 Fans, die sich „Schlitz im Kleid“ nicht entgehen lassen wollten.

Dafür mussten wir allerdings auch ganz schön schuften. Außer der Premierenfeier am 28.10. – der Nacht, in der die Zeit umgestellt wurde – hatten wir für den November und Dezember sieben weitere Aufführungen geplant. Die waren ruck zuck ausverkauft, ebenso wie zwei Zusatztermine Anfang Januar. Deshalb legten wir für den Februar noch ein Mal zwei Termine nach. Auch die Karten dafür waren, trotz Faschingswochenende, alsbald alle weg, so dass wir insgesamt zwölf Mal vor ausverkauftem Haus spielen mussten – pardon – durften.

Unser Dank geht an unsere Fans, die uns seit Jahren schon die Treue halten, und an die, die wir in diesem Jahr neu dazu gewonnen haben. Ohne eure Mundpropaganda hätten wir das nie geschafft. Das Stück war aber auch erste Sahne, und – soviel Eigenlob sei erlaubt – unter der fachmännischen Regie von Dr. Martin Jatho von allen Protagonisten mit viel Engagement und großer Präzision umgesetzt. Besondere Erwähnung sollen hier Astrid Orth und Sarah Hubl finden, die in diesem Jahr erstmals auf der Bühne standen, und das mit großem Erfolg.

Nicht unerwähnt bleiben darf auch der mutige und freizügige Auftritt von Bernd Löwenberger. Er hat mit seinem Handtuch nicht nur für die Überraschung im Stück gesorgt, sondern auch den Zustrom – besonders weiblicher Gäste – forciert. Dass er damit ganz nebenbei seine persönliche Fangemeinde deutlich vergrößert hat – was zahlreiche Gespräche im „täglichen Leben“ deutlich belegen – sei hier nur am Rande erwähnt. Summa summarum: Das Stück war ein riesiger Erfolg, und wir haben nicht einen einzigen erlebt, dem es nicht gefallen hätte.

Ein weiteres Highlight des Jahres war bereits der Auftritt von Stefan von Koeller im September gewesen. In seiner zweistündigen Show verzauberte der deutsche Meister der Illusion sein Publikum nicht nur mit seinen außergewöhnlichen Tricks, sondern auch mit seiner unnachahmlichen Art. „Genial einfach – einfach genial“, titelte die Hersfelder Zeitung und viele Besucher waren nach der Show sichtlich überrascht: ein so hochkarätiges Programm hatten sie auf der kleinen Hermannsbühne in Breitenbach nicht erwartet.

Personelles

Neu bei Klarteckst sind Astrid Orth aus Niederjossa und Sarah Hubl aus Hatterode.
Als passive Mitglieder sind Alice und Lorenz Bucher, sowie Helga Meier aus Breitenbach zu uns gekommen.
Verlassen haben uns leider unsere Schriftführerin Dagmar Urban, Manfred Urban und Kristin Ostertag.
Schade, aber manchmal geht Privates einfach vor – und vielleicht kommt ihr ja irgendwann wieder.

Neuer Schriftführer wurde Bernd Löwenberger. Noch nicht zum Beitritt konnten sich Anna Katharina und Petra Tiedt entschließen, obwohl sie uns in dieser Saison tatkräftig unterstützt haben.

Universelles (oder: Was sonst noch wichtig ist)

  • Unsere Bühne ist zu schön um leer zu stehen. Wir wollen deshalb in Breitenbach einen Ort für kulturelle Begegnungen aufbauen. Wer also eine Plattform für Auftritte (Musik, Theater, Kabarett, Lesungen usw.) sucht, sollte sich mal mit uns in Verbindung setzen.
  • Wir brauchen Verstärkung. Besonders die Rollen der jugendlichen Liebhaberin und ihres Liebhabers können wir wegen unserer Alterstruktur nur noch schwer besetzen. Deshalb fordern wir besonders junge, aber auch mittelalte Leute mit Ambitionen zum Schauspielen auf, sich einfach mal unverbindlich bei uns zu melden. Meist geht es lustig zu, wir haben Spaß und ganz nebenbei kann man noch ein bisschen was lernen und jede Menge nette Menschen kennen lernen. Also Leute: Traut euch, wir haben es auch getan.
  • Falk möchte zukünftig mit einem Newsletter über Neuigkeiten bei uns informieren. Anmelden kann man sich mit einem Link auf unsere „Home“ Seite.
  • Die nächste Premierenfeier ist am Samstag, dem 25. Oktober 2008 um 19 Uhr

(Text: Bernd Löwenberger)


2008
Glückliche 13

Zum ersten Mal gab es bei Klarteckst 13 Vorstellungen

Wir wagten uns an einen zusätzlichen Sonntag, da, wie uns die Erfahrung lehrte, der Sonntag beliebt ist bei jung und älter. Ob das an dem selbstgebackenen Kuchen der Familie Bucher lag- wer weiß ...

Doch zum Anfang des Jahres 2008 war unsere Personaldecke recht dünn gestrickt, also fiel schon die Auswahl des neuen Stückes schwer. 3 männlich, 3 weiblich- na toll. Eine große Herausforderung an alle Gebliebenen.
Denn außer den Akteuren auf der Bühne braucht man ja noch liebe Leute, die uns richtig in Licht, Ton und Maske setzen. Und unsere Textsicherheit bzw. Unsicherheit sollte auch in den Griff bekommen werden. Und dann noch eines- wer hat den obligatorischen Hut auf, sprich wer führt Regie???

Fragen über Fragen, die Antworten fanden wir.
Als erstes ein neues Talent am Breitenbacher Schauspielhimmel. Carina Becker kam zu uns und sie musste, ob sie wollte, oder konnte gleich eine große Rolle übernehmen. Und sie konnte! Sexy und textsicher( fast immer) gab sie die naive Sekretärin Barbara. Ebenfalls ein neues Mitglied bei Klarteckst ist Karsten Orth aus Niederjossa, er sollte die vorhin beschriebene Kopfbedeckung in Form des Regisseurs tragen. Nach nur 2 Proben wussten wir dass, sagen wir es mal sooo, ein etwas anderer Wind wehte. So wie ein Monsun ungefähr- scharf, aber wenn man sich zu schützen weiß….
Karsten teilte uns ganz freundlich mit, dass alle und jeder den Text bis Ende Juli drauf bzw. drin zu haben hat. Frei nach dem Motto: Denn ich bin der Chef. Und dieser sollte Recht behalten.

Die zeitige Textsicherheit brachte uns einen enormen Vorlauf in Punkto Mimik und Gestik. Um alles zu erleichtern sprachen wir uns gegenseitig, auch in der knappen Freizeit, nur noch mit unseren Rollennamen an - ich wollte schon immer Charlotte heißen. Bernd unterschrieb seine Rechnungen teilweise mit E. Nottebrock, Oberjossa. Es waren aufregende, aber vor allen harmonische Probenabende, an denen wir ... Liter Bier, Wein, Sekt und Schnäpschen hinter uns brachten und vor allen Stefan Pistor muss, laut Aussagen seiner Ehefrau Ute, nach Saisonabschluss eine Diät machen. Wie viele Heringe mit Nutella, Eier, Brötchen, Käse- und Salamischeiben er verspeiste- nur Stefan weiß es. Unzählige von Hand aufgebrühte (an Elke und Bernd vielen lieben Dank ) Kannen Kaffee ließen einige von uns kurzzeitig zu Tee- und Wassertrinkern werden.

Die Premierenfeier am 25.Oktober 2008 war für uns alle ein großer Erfolg. Ein besonderer Höhepunkt war, dass die beiden Autoren des Stückes, Stefan Bermüller und Rolf Sperling aus Köln unsere Gäste waren. Sie genossen sichtlich ihr, von uns leicht verändertes, Stück.

Vielen Dank an alle, die dieses Fest zu einem Event werden ließen, an alle fleißigen Helfer vor, hinter und unter der Bühne und an alle Gäste und Fans von Klarteckst. Einige von uns schauten erstaunt, wenn sie beim Einkaufen, oder Tanken auf ihre großartigen Leistungen auf der Bühne angesprochen wurden- Ehre wem Ehre gebührt. Bei Falk(Taxi Andy) will man heute noch Fahrten reservieren und später über die Bezahlung verhandeln

Zum Abschluss stellen wir fest, dass es ein ereignisreiches Jahr war und wir eine tolle Truppe sind, welche Humor- und respektvoll miteinander umgeht .

Neue Mitglieder bei Klarteckst:

Anna-Katharina Tiedt – Webmisstres unserer Homepage

Petra Tiedt- Souffleuse

Elke Köthe- Licht und Ton

Carina Becker-2008/09 Barbara Hagen

Karsten Orth- Regie

Daniela Reidt- Maske und Haare (wenn vorhanden)



(Chroniktext von: Astrid Orth)




2009
Dummheit hoch 13 ?!

Mit Sicherheit nicht.

So, diese Saison ist beendet.

Natürlich nicht ohne besondere Vorkommnisse.

Da hätten wir als Nummer 1: den Fussboden des Theatersaales.

Nach Ende der letzten Vorstellung stellten wir mit großem Erschrecken fest, dass da was auf, bzw. unter dem Laminat war, was dort nicht hingehörte: Wasser!!!
Nach Ursachenforschung und Findung sahen wir glasklar, der Boden muss komplett raus und ein Neuer rein. Wir krempelten die ärmel hoch und gleich wieder runter, denn soooo einfach war das auch nicht.
Erst mal eine Analyse von Baufachleuten. Wenn wir das machen, dann richtig - so, dass das feuchte Element auch auf Nimmerwiedersehen verschwindet.
Fachleute, Ingenieure kamen und gingen, alle mit der gleichen Meinung: alles bis auf den gewachsenen Boden muss raus!!! Super, wollten wir doch so schnell wie möglich proben. In 17 Arbeitseinsätzen wagten wir Bau - und Schauspiellaien uns an Žs Werk.

Das war anstrengend! Mit Hacke und Schippe bewaffnet gingŽs los. Oft am Samstag, nach dem viele von uns gerade erst von ihrem bezahlten Hobby, sprich Arbeit, kamen.
Zum ersten mal gab eine" Dieselameise" ihr Debüt im Saal. Carina lebt heute noch ihren leider unerfüllten Traum, Danke Werner.
Doch es hatte natürlich auch sein Gutes. Wir als Gruppe wuchsen noch näher zusammen und konnten danach über nie geahnte Muskeln sprechen und unsere Hornhaut an den Händen pflegen. Handpflegemittel waren bei Stef auf Wochen ausverkauft. Aber wir waren jetzt fußboden- technisch fertig - fix und fertig.
Was uns nicht umbringt….

In all dem "Gewusel" probten wir erst mal unseren Auftritt für den Fasching in Breitenbach: "Klarteckst tierisch gut drauf."
Wir hatten sooo viel Spaß bei den Proben und dem Auftritt als gemeine Tierwelt. Pferd, Bär, Taube, Hase, Maus, Krokodil, Frosch und Hase waren super lustig anzusehen.
Dann ging es endlich los und Karsten( Regie) " war wieder die Schuld wennŽs nicht klappte" bei den Proben für "Dummheit schützt vor Liebe nicht", denn alles was wir machten war nicht so, wie er es sich vorstellte.
Nach einigen änderungen des Textbuches kam dann ganz langsam Licht in Žs Dunkel und unsere Regierung gab das ok zur Generalprobe, bei der dann alles so gut lief, dass Karsten nach Mitte des 2. Aktes heim gehen wollte - es lief zu gut.
Nun denn… nach 13 ausverkauften Vorstellungen sind wir stolz und glücklich über unseren Erfolg. Mit jeder Klatschlawine und Standing Ovations wussten wir: wir sind Klarteckst und wollen es auch bleiben.

Danke an alle Zuschauer, die es uns möglich machten, über uns hinaus zu wachsen. Danke an alle, die uns halfen, den Fußboden wieder flott zu machen.
Danke an alle Pressevertreter, die uns ihre Aufmerksamkeit gewidmet haben.
Einfach Danke und auf ein Neues.

Eure Astrid Orth


2010

IF I HAD A HAMMER, oder ich glaube es nicht!

Endlich- 2 neue, junge Schauspieler, 2 Regisseure (Ute in Co- Regie mit Karsten), ein sehr lustiges Stück und dann das.

Der Breitenbacher Hof hatte Insolvenz angemeldet. Für uns als Theatergruppe der blanke Horror. Was wird aus dem Saal, was wird aus unseren Gästen, die bewirtet werden wollen, aber vor allem was wird aus Klarteckst???????????

Aber mal ganz der Reihe nach:

„Aphrodites Zimmer“ ok. Ein natürlich lustiges Stück mit jeder Menge Potential zur Veränderung, sowohl des Stückes, wie auch der Darsteller. Fragt mal Meggie. Stef hatte eine richtig tragende Rolle. Und erst Carina! Noch jetzt halten Männer ihre Geldbörse ganz fest wenn sie erscheint. Hömpf. Man(n) kann ja nie wissen.

Elke und Petra waren während der Proben bzw. Vorstellungen zeitweise nicht in ihrem Souffleusen/Technikkasten zu sehen, weil sie vor Lachen am Boden lagen und am Gummibärchenhusten zu ersticken drohten.

Der Text wollte und wollte nicht in unsere Köpfe und nachdem Petra den Konsum von Tebonin und Gingko in Erwägung zog, weil sie dachte, das schaffen wir nie, konnten wir endlich anfangen zu spielen.

Marcel und Jan, unsere beiden frischen, unverbrauchten, neuen Theaterkollegen- ja was soll man da sagen? Vielleicht erst mal DANKESCHÖÖÖÖN! Für den Mut! Den Mut mit uns zu spielen. Es war nicht immer leicht, aber das hat ja auch keiner gesagt. Proben gestalteten sich schwierig, weil nicht immer alle anwesend waren, oder dann da waren, wenn überhaupt keine Probe bzw. Vorstellung war. Falk war der Beste.

Und zwischendrin immer der Gedanke: Wie wird das Catering zu den Vorstellungen, welches der Förderverein zur Rettung der Breitenbacher Kirche(Kirmes) und die „Kobolde“ übernehmen wollten. Nach einem sehr angenehmen Gedankenaustausch, sprich Sitzung, zwischen Klarteckst und den zukünftig Verantwortlichen wussten wir: das klappt. Denn sie hatten einen Häuptling, einen weiblichen. Er kam in Gestalt von Hillu daher und klärte erst mal alle Fronten. Präzise, wie ein Schweizer Uhrwerk legte Hillu alles für und wieder auf den Sitzungstisch. Und sie sollte Recht behalten. So was muss Hand und Fuß haben, es hatte. Sie war überall und flog von „Felsen zu Felsen“. Gell Martin???

Zur Premiere hatten wir nicht nur ein Super Buffet, welches die Metzgerei Köhler aus Breitenbach lieferte, sondern auch einen ausverkauften Saal und überaus zufriedenen Zuschauer. Und wir selbst waren stolz wie „Bolle“, was wir dann auch mit Musik von Schorsch Hohmeier, sowie Gesangseinlagen von Marcel und einigen Gästen bis in die frühen Morgenstunden ausgiebig feierten.

Es waren fast alle Vorstellungen ausverkauft, bis auf die verflixte 13.

Aber nach einem Artikel in der Hersfelder Zeitung, ließen Ute und Astrid auf dem beigefügten Bild Zeitungsfoto keinen Zweifel daran, dass sie auch anders können, war alles super. Na also, geht doch.

Ich möchte mich herzlich bedanken, bei allen, die uns unterstützten. Besonders bei Hillu und Hermann und das Team um sie herum, die zeigten, das man mit Liebe und Sorgfalt die Zuschauer bewirten kann, bei der Metzgerei Köhler, die nicht nur unseren Gästen zu einer Frühjahrsdiät verhalf, bei der Metzgerei Ziesche, die ebenfalls zur kulinarischen Gestaltung beitrug.

Ein Dankeschön an den Förderverein zur Rettung der Breitenbacher Kirche. Nie hatte Essen und Trinken einen so glaubwürdigen Grund.

Bedanken möchte ich mich ebenfalls bei unseren treuen und neuen Zuschauern, die mit uns zittern in Bezug auf die Frage, wie es gebäudetechnisch weitergeht. Nur soviel dazu: es geht.

Dank an alle Feuerwehrmänner und Sanitäter, sowie an alle Kisten- Kästen und“ Bettgestellschlepper“ vor, hinter und auf der Bühne.

Inzwischen hat sich sehr viel getan, aber das schreib ich Euch im nächsten Jahr.

Also, auf ein Neues.

Eure Astrid


2011

Yes – we can!

Klarteckst kann- und wie.

Der Plan

  • Wir ( Theatergruppe Klarteckst e.V. ) kaufen uns ein Häuschen in Breitenbach. Haus- na ja, da gibt es schon Unterschiede. Wir wollen und können doch nicht einfach… Einfach – nee, wir kaufen uns ein Haus, welches abgesehen von unserem schönen Theatersaal so ziemlich alles braucht, womit wir im Moment nicht dienen können. Geld, Zeit, viele fleißige Mitglieder, Sponsoren und, und ,und.
  • Nach vielen schlaflosen Nächten und noch mehr Mitgliederversammlungen ist es beschlossen, wenn auch knapp, aber der Grundgedanke begeistert irgendwie alle Mitglieder von Klarteckst : Wir kaufen die „Bude“. Soweit so gut.
  • Wir sind aber weder Juristen, noch Banker oder Häusle(um)bauer.
  • Wir müssen also jemanden fragen, der sich damit auskennt, oder jemanden fragen, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der weiß wie es gehen könnte.
  • Wir alle kennen ja wirklich viiiiele Leute, aber nur ganz wenige waren bereit, das wirklich Wichtige zu offenbaren, alle Wenn und Aber zu bedenken. Dankeschön an RA Werner Fischbach.
  • Und noch ne Versammlung, wegen der Finanzierung. Als auch die, wenn auch auf zuerst wackligen Füßchen, stand fingen wir an.
  • In einer …ten Versammlung legten wir fest wie und vor allen wann es losgehen sollte. Wir wussten nur eines es muss flott gehen, denn Premiere ist am 29.10. und nicht erst 2018.
  • Also Let´s go!

Die Umsetzung

Alles was Beine, Arme und noch mehr alte Klamotten hat, welche Mann und Frau zum Arbeiten anziehen kann, wurde mobilisiert, ja Klarteckst hat auch externe Helfer(Danke Rallef), um an einem sonnigen Samstag loszulegen.

Erst mal gucken und dann… am liebsten wieder nach Hause gehen.

Denn sie wissen nicht was sie tun…

Denkste! Wir alle haben etliche Wochenenden damit verbracht, um alles erst mal begehbar zu machen. Sprich: großer Container vor unser Häuschen und dann: ab dafür. Immer schön alles aus dem Fenster, der Container ist ja riesig, dachten wir, nach 8 Stunden schleppen war alles fertig - wir auch. Egal. Kleine Pause um zu essen, trinken, schimpfen, sich auf die Schulter klopfen und weiter geht´s.

Und noch ´ne Idee.

Werbung ist ja immer gut und wenn schon dann richtig. Also Anfrage an „Radio Eriwan“ ups ich meine Radio Hessen - HR4. Vielleicht kann man hier ja noch ein paar Münzen abstauben? Wir wagten uns an das „Quiz der Vereine“, in dem man, wenn man gut ist und auch die gestellten Aufgaben erfolgreich erfüllt, Geld bekommen kann. Wir waren gut, Danke an alle die uns halfen, ob durch Daumen drücken beim Radio hören, oder Gerüstbauen und Fassade streichen, oder Farbe spendierten, oder auf die Rechnung verzichteten, oder einfach nur vorbeigingen, und uns gut zusprachen. Leider konnten wir uns im weiteren Verlauf der Sendung nicht qualifizieren, aber alleine der Gedanke…. Was unsere Gäste nicht wussten, wir hatten in der Zwischenzeit auch den Gastraum des ehemaligen Breitenbacher Hofes schön hergerichtet. Und zwar richtig schön. Und dekoriert nach allen Regeln der Kunst und alles „rosarot“

Good friends !!!

Zu unserer Generalprobe hatten wir wieder ganz lieben Besuch. Unsere „Schauspielkollegen“ der Behindertengruppe aus Sorga sahen als erste Zuschauer, worauf alle anderen noch warten mussten. Die Betreuer und 8 Mitglieder der Wohngemeinschaft staunten nicht schlecht, als wir in unseren Kostümen erst mal vor die Bühne kamen und alle begrüßten. Einige ( männliche ) Besucher waren besonders verzückt und uns Ute wird sie bestimmt in ihren Träumen begleitet haben. Zitat: „Soooooooooooo ein schönes Mädchen“ …Wo sie Recht haben…

Fertig!!!

Finale- oh ho .

So, alles war fertig- das BĂŒfett der Metzgerei Köhler aus Breitenbach geliefert und aufgebaut, alle Bierleitungen waren gespĂŒlt, alle GlĂ€ser poliert alles war gewienert und glĂ€nzte, wir auch. Am Premierenabend waren wir gespannt wie ein „Flitzebogen“ wie der gemeine Berliner sagt. Und wir waren gut drauf und unsere GĂ€ste erst. Nach dem leckeren Essen und dem Sekt kam dann der „Hauptgang“.

"Heinrich und die leichten Mädchen!"

Es gab unvergessene Momente, ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll. Von Textdrehern bis hin zu TextĂ€nderungen, mal weniger und mal mehr, bis hin zu Schauspielern, die kamen, oder dann laaaaaaaaaaaaaange auf sich warten ließen, warum auch immer, von LachanfĂ€llen bis zur „Diplomierung“ mitten auf der BĂŒhne vor lachendem Publikum war einfach alles dabei. Von krankheits-bedingten StimmausfĂ€llen, die dann erstmals moderne Technik bei uns einziehen lies und in Form eines „HĂ€dsĂ€ts“ daherkam, bis hin zu Verdunklungsspielen auf der BĂŒhne („ Huch, hier is aber dunkel heute“) war alles dabei. Unser Regisseur sah 15 verschiedene Variationen „seines“ StĂŒckes. Klasse!!! Am letzten Abend der AuffĂŒhrung waren wir traurig und froh zugleich und wir wussten nicht, warum unsere Pedi-Petze weint, denn es war sooooooooooooooo schön. So ein StĂŒck, welches förmlich auf uns zugeschnitten war, gab es noch nie.

And it was dark and fu
. cold

Es gab immer wieder Probleme, nein Herausforderungen, im Laufe der Spielsaison. Angefangen mit der stetigen Personalknappheit fĂŒr die Bewirtung unserer lieben GĂ€ste, aber Dank der großen Einsatzbereitschaft aller haben wir das, glaube ich, gut gemeistert. Wir haben viel gelernt, so als „Hobbygastronomen“, angefangen vom Einkauf ĂŒber Bewirtung und liebevoll gezauberte kleine Snacks, sowie den Kuchenverkauf, was natĂŒrlich auch das Backen der Kunstwerke nicht ausschließt. Ich spreche da aus Erfahrung, denn ich kann den Kuchen nur essen
. Auf diesem Wege ganz großen Dank an Hillu und Karin, ohne diese Zwei hĂ€tte es manchmal anders ausgesehen. Wir haben auf alle FĂ€lle gelernt, dass bei niedrigen Außentemperaturen (-20 Grad ) auch ein Bierchen sooooooooo kalt nicht wirklich lecker ist, aber zum GlĂŒck gibt es ja in der Maske einen Fön, welchen (Her)mann zielbewusst einsetzte, um die eingefrorene Bierleitung wieder aufzutauen. Womit ich schon beim letzten, aber fĂŒr uns alle wichtigsten, Punkt angekommen bin.

Der Namensgeber unsere Theaterbühne ist einfach nicht weg zu denken. Immer und immer wieder war er zur Stelle, wenn es da mal tropfte und dort mal zog. Wenn auch so manches mal zĂ€hneknirschend und leicht lĂ€diert nach dem anstrengenden Arbeitstag, (oder ‘ner Schulteroperation) den er dann schon hinter sich hatte, unser Hermann war immer und ĂŒberall, konnte alles und gab nicht auf, uns fĂŒr seinen (unseren) Traum zu begeistern. An seinem 60. Geburtstag haben wir ihm dann doch mit ein, zwei, drei Liedchen zu TrĂ€nen gerĂŒhrt und ich glaube, er weiß jetzt, wie lieb wir ihn haben. So!!! Werner und Hermann waren sowieso das Dreamteam an der unteren Theke und wenn die alles blitzeblank hatten, gingen wir „Zum Bernd“ - er war einfach immer der letzte, der Arme. Aber hier war es sooo gemĂŒtlich und wir konnten alle noch mal inÂŽs GĂ€stebuch schauen und lesen, was dort Liebes geschrieben stand und konnten natĂŒrlich auch unser ganz persönliches „Schnurzi- Tagebuch“ fĂŒhren. Vielen Dank an alle unsere treuen TheatergĂ€ste, denn ohne Euch


Danke an ein unermĂŒdliches Team um Hillu und Karin, an alle KuchenbĂ€cker, GerĂŒstauf und- abbauer, an alle fleißigen Fassadenstreicher um Armin Lauer, alle die uns etwas inÂŽs „SpendenkĂ€ferchen“ steckten, oder großzĂŒgig bei Rechnungs-begleichung aufrundeten. Vielen lieben Dank an die großen Spender der ansĂ€ssigen Firmen in und um Breitenbach herum. Dankeschön der Metzgerei Werner Köhler aus Breitenbach, wie immer: lecker, lecker, lecker.

Viele Theatergruppen aus Nah und Fern sahen uns mit kritischen, kollegialen Augen zu und wir haben versprochen, auch diese zu besuchen und ihnen Toi, Toi, Toi zu wĂŒnschen. Nach dieser doch sehr ereignisreichen Saison können wir uns jetzt auf eine neue Spielzeit vorbereiten, ein teilweise neues Dach haben wir schon, eine großartige Leistung der Firma Holzbau Schmidt aus Breitenbach.

So, das war es in dieser Saison und jetzt mach ich mal Schluss, denn ich muss Text lernen - ich glaub, es geht schon wieder los!!!

Eure Astrid


2012

Chronik 2012/2013

Wer Sorgen hat - hat auch Likör!

Wir hatten beides. Aber mal schön der Reihe nach. Fangen wir doch mal mit besagtem Erstem an.

Ein lustiges Stück hatten wir. Ausgesucht von unserem Regisseur, von uns allen für spielbar befunden, also auf geht.s. Für jeden Darsteller war alles schnell gefunden, die Kostüme waren da noch das Einfachste. Stef durfte endlich wieder in sein geliebtes .sächseln. verfallen und auch ich fühlte mich dank der Berliner Schnauze wie zu Hause. So viel zu den Dialekten.

Ute fand in Karins überaus gut gefülltem Kleiderschrank (Fundus) auch sehr, sehr reizende Stücke und mit dem dazu passendem Geschmeide hätte sie locker .ne kleine Weltreise unternehmen können. Bernd brachte seine Kleidung aus der noblen Flensburger Gegend mit und Meggi bekam ihre altersgerechten, farbenfrohen Sachen aus unserem Theaterfundus. Für Falk und Carina stellte ein Krankenhaus ausrangierte Kleidung zur Verfügung und Lara sah noch nie in ihrem jungen Leben so gediegen aus.

Wie in jedem Jahr wurde an den einzelnen Szenen gearbeitet, sprich umgestaltet, was das Regisseurherz hergab. Ganze Textpassagen wurden geändert, oder einfach weggelassen, oder ergänzt, oder, oder, oder.

Bis zum 1. August haben wir alle den Text drauf - so der Plan! Aber wir sorgten dafür, dass Petra und Elke noch eine Woche vor der Premiere der Meinung waren, sie wollten sich an besagtem Premieren-Abend lieber mit Wein und Snacks vergnügen. überall, nur nicht mit bzw. bei uns im Theater. Na denn. Außer Lara, dem 14-jährige Stern am Klartecksthimmel, hatten wir alle, sagen wir mal so, noch Bedarf den Text zu finden.

Die Regierung, also Karsten, war Mitte des Jahres beruflich sehr überlastet, so dass er Verstärkung brauchte. Die kam auch. Beim Sommerfest übergab er tränenreich seine Aufgabe und sein REGIE-Shirt an Marcel. Er wollte uns helfen, aber wollten wir auch ihn?

Mit neuen Zugpferden ist das immer so eine Sache, sie wissen schon, wo die Reise hingehen soll, aber auch der Rest muss mitziehen und damit hatten Einige doch so ihre liebe Not. Marcel begann sehr vorsichtig uns zu regieren, es gab Proben davon wollen wir lieber nicht reden, aber seine anfängliche Unsicherheit lies nach und der Funke sprang über. Wie schon gesagt bis kurz vor der Premiere. Da waren fast alle deprimiert und ängstlich, ob das was wird. Karsten war ja gedanklich immer bei uns, auch wenn er das nicht immer zugeben wollte und er bekam über viele Ecken mit, wie es um uns stand. An einem Probensonntag ließ sich dann Marcel aus beruflichen Gründen von Karsten vertreten. Alle Schauspieler waren anwesend und oben auf der Bühne braute sich etwas zusammen. Wie gesagt es war Sonntagnachmittag. Und dann kam, was kommen musste. So eine Rede, wie man sie Sonntags eher in kirchlichen Einrichtungen zu hören kriegt. Au weia. Hier war Klarteckst und Karsten sprach mehr als Klartext. Und dann? Ja dann? Dann lief es wie noch nie vorher in dieser Probensaison. Pedi lachte das erste Mal befreit auf. Puh!

Zur Premiere hatten wir wieder die beiden Autoren des Stückes, Stefan Bermüller und Rolf Sperling aus Köln, geladen und auch sie lachten und tanzten, bzw. turnten, zu unserer Musikeinlage. Auf einige Gags waren sie sichtlich neidisch, dass sie nicht ihrer Feder entsprangen. Hier kommt jetzt besagter Likör zum Einsatz. In einer Szene des Stückes waren erst 2 Damen zu sehen, die dem Likör, in unserem Fall giftgrünem Pfefferminzlikör zusprachen, dann kamen nochmal 2 Damen zum .Zuge., welche es auch: Zitat: .am Magen. hatten. Brüller!!!

Im Laufe der Saison sahen wir 15-mal ein Stück, welches wieder nah am Zahn der Zeit war und das Beste war: wir mussten gar nicht mehr so schwitzen, also wir auf der Bühne und unsere Zuschauer im Saal. Der Grund lag in der neu installierten Lüftungsanlage, die wie so vieles mehr, gespendet wurde und zwar nicht nur die Anlage an sich, sondern auch gleich die Installateure, oder besser gesagt ihre Arbeitskraft, welche diese Anlage, in ihrer kostbaren Freizeit an mehreren Samstagen, zum Laufen brachten. Die Anlage bleibt, aber die Männer der Firma KID aus Lispenhausen mussten wir wieder abgeben, bis auf einen - unseren Mike, besser bekannt als .Bornie Mike., der war uns so an.s Herz gewachsen und wir ihm natürlich auch, dass er sich für die Saison als Helfer anbot und jetzt auch neues Mitglied der Theatergruppe ist.

Dann gab es wieder magische Momente, welche wir unserem Stephan von Köller verdankten. Auch er gehört fest zu Klarteckst, er weiß es nur noch nicht, oder doch??? In 3 zauberhaften Vorstellungen ließ er uns und unsere Gäste mit offenen Mündern zweifeln, ob wir jemals dahinter kommen würden.

Nur so viel, es klappt nicht. Er lässt sich, sozusagen, nicht in die Karten schauen. Dafür Danke Stef!!!

Wir danken allen fleißigen Helfern im Service, an der Theke, an den heimischen Backöfen für die leckeren Torten. Denn dass diese sehr begehrt sind erfuhren wir an einem Sonntag zur Kaffeezeit. Punkt 14.17 Uhr fiel ein ganzer Bus, ein großer Bus, über das Kuchen-Büfett her und wir holten alle möglichen und unmöglichen Sitzgelegenheiten herbei und improvisierten vom Feinsten. Anschließend konnte das gesamte Kaffeegeschirr in der neuen Spülmaschine für den nächsten Einsatz vorbereitet werden. Karins Rücken sagt: DANKE.

Des Weiteren haben wir wieder einen Teil des Daches unserer Spielstätte neu gedeckt und auch der Anbau, wo die Schauspieler während des Stückes .wohnen., wurde von außen gedämmt.

Dank unserer treuen Theateranhänger war dieses Jahr das erfolgreichste, was den Kartenverkauf betraf.

Ein herzlicher Dank an Euch alle, ohne die wir nicht das wären, was wir sind.

Wir danken Marcel, dass er einsprang, obwohl wir nicht immer sehr dankbar waren, bzw. es nicht so zeigen konnten.

Und jetzt hol ich mein neues Buch und bin dann mal weg - Text lernen.

Bis bald
Eure Astrid Orth